Prof. Axel Venn - Farbe - Kunst - Design- System - Ästhetik
Prof. Axel Venn - Farbe - Kunst - Design- System - Ästhetik 

Farbe und Wissen

Farbe strahlt

Jeweils ein kleiner Teilbereich des gesamten elektromagnetischen Strahlungsspektrums ist für das menschliche Auge, aber auch für das tierische sichtbar. Die visuell erkennbaren Wellenlängen des Lichts liegen bei 760 bis 380 Nanometer. Die unter 380 nm liegende Strahlung ist für uns unsichtbar. Wir kennen sie als UV-Strahlung (Ultraviolett) und die Wellenlänge über 730 nm kennen wir als IR-Strahlung (Infrarot), also wärmespendende Strahlung.
Bienen oder Hummeln können nicht scharf sehen wie Menschen, sie erreichen jedoch eine viel höhere zeitliche Auflösung des Sehens: rund 200 Bilder pro Sekunde. Beim Menschen sind dies 18 Bilder. Ab da beginnt sich bei ihm die zuvor einzeln differenzierte Bildfolge zu einem Filmablauf zu verdichten. Das Farbempfinden der Bienen reicht von 500 bis zu 300 nm, das heißt die Sehempfindung einer Rot-Orange-Skala bleibt ihnen verborgen, dagegen gewinnen sie Sehbereiche im Ultraviolett-Bereich, deren visuellen Eindruck wir nicht erkennen.
Den schmalen Ausschnitt der für den Menschen sichtbaren Strahlung bezeichnen wir als weißes Licht. Es besteht aus Teilstrahlungen der verschiedenen Wellenlängen. Durch Brechung eines Lichtstrahls im Prisma kann das Licht in seine Bestandteile zerlegt werden, sodass wir ein kontinuierlicheres Spektrum seiner Wellenlängen erhalten.

 

Additive Farbmischung

Die additive Farbmischung kann durch Übereinander-Projektion verschiedenfarbiger Lichtquellen demonstriert werden. Rot und Grün = Gelb, Rot und Grün und Blau = Weiß

(RGB-Modell) R + G + B = Weiß
R + G = Gelb, G + B = Cyan, 
R + B = Magenta
R = Rot, G = Grün, B = Blau

Subtraktive Farbmischung
Die subtraktive Farbmischung ist das Ergebnis von Farbaufträgen unterschiedlicher Pigmentierungen, bestehend aus Cyan, Gelb und Magenta.

(CMY-Modell) C + M + Y = Schwarz
C + Y = Grün, C + M = Blau, 
M + Y = Rot
C = Cyan, M = Magenta, 
Y = Yellow = Gelb

Menschen und Bienen erfahren die farbige Welt anders. Wer von beiden sie farbiger erlebt, ist uns nicht bekannt.


Farbe und Physik

Naturwissenschaftlich betrachtet gibt es keine realen Farben, sondern lediglich Lichtstrahlung oder elektromagnetische Strahlung  unterschiedlicher Wellenlänge und Intensität. Diese Strahlung wird vom menschlichen Auge wahrgenommen und in elektrische Impulse transformiert und dann an das Gehirn weiter geleitet. Dort entstehen aus elektrischen Impulsen Farbeindrücke, die an unser Bewusstsein weitergeleitet werden.

Das Sehergebnis von additiver und subtraktiver Farbmischung ist dasselbe, jedoch ist das physiologisch / physikalische Sehereignis unterschiedlich.

Farbe und Evolution

Wir wissen, dass die Lieblingsfarbe vieler Menschen Blau ist. Rund 30 Prozent aller Befragten benennen Blau als die Farbe der ersten Wahl. Gelegentlich machen Frauen da nicht mit. In Zeiten mit starken nostalgischen Stimmungen fühlt sich eine relative Mehrheit des weiblichen Teils der Bevölkerung mit Rot wohler. Denn die assoziativen Merkmale zu den warmen Tönen, an deren Spitze Feuerrot steht, sind eher auf Nähe, Zuwendung und Geborgenheit angelegt als ein klares Blau oder helles Türkis. Bei Nutzung dieser kühlen Nuancen will der Befragte eher seine kognitiv-systematische, klar definierte Überlegenheit kundtun als eine ästhetische Vorliebe.

Unser beinahe gesamtes Farbwissen ist anekdotisch, also erfahrungsorientiert angelegt. Schon im frühen Säuglings-alter haben wir unsere ersten Farberlebnisse. Die ersten Farbkontakte sehen bei kleinen Mädchen anders aus als bei Jungen. Die Liebe zu Rot und Rosa ist bei Mädchen und später auch bei Frauen eher nicht eine Frage des Geschmacks, sondern Ausdruck einer besonderen Befähigung, die evolutionsbedingt ist.

Frauen waren es, die ihre Kinder und Männer mit süßen roten, also reifen, schmackhaften Früchten versorgten. Die Qualifikation, reife von den unreifen Früchten zu trennen, also farbig zu sehen, geschah ziemlich am Ende unserer evolutionären Entwicklung. Frauen trainierten wohl aufgrund der Aufgabenteilung – hier sammeln, dort jagen – das Farbensehen mit mehr Elan.

Farben haben wir immer, neben der Erkenntnis ob „reif oder unreif‟, als emotionale Hilfsquelle für „schön oder hässlich‟, „sanft oder grob‟, „jung oder alt‟, „süß oder salzig‟ genutzt. Dies ist der Grund für die vielen Eigenschaften, die wir mit Farben verbinden. Vielfach appellieren Farben an unser archaisches (ursprüngliches, teils verborgenes) Bewusstsein und Unterbewusstsein.

Der Farbenkreis

Der Farbenkreis, wie er hier dargestellt ist, basiert auf dem Farbenkreis nach Goethe und auf der Young-Helmholtz-Theorie sowie auf den drei Primärtönen der subtraktiven Farbmischung Cyan, Gelb und Magenta. Diese Töne sind die Farben erster Ordnung, aus denen sich wiederum die Farben Violett, Orange und Grün als Töne zweiter Ordnung mischen lassen. Die Mischtöne dritter Ordnung bestehen dann beispielsweise aus dem Mischergebnis von Gelb und Orange (Indisch-Gelb). Die beiden Töne Schwarz und Weiß werden von der Farbwissenschaft als die „nicht echten‟ Farben angesehen, da – bei geeigneten Pigmenten – die Farbe Schwarz sich als Mischergebnis aus Magenta, Cyan und Gelb ergibt.


Substraktive Farbmischung
Additive Farbmischung

Der Farbenkreis hilft uns, die komplexe Welt der Farben zu begreifen. So stellen wir hier jenen Farbenkreis vor, den wir als Vorbild für das Farbenmischen mit Farbpigmenten nutzen. Er bildet die Vorlage für die „subtraktive Farbmischung‟. 

Eine zweite Farbmischform stellen die Lichtfarben dar, wie sie über die drei Sehfarbstoffe des menschlichen Sehsystems erzeugt werden. Diese Sehfarbstoffe sind in den drei Zapfentypen in der Retina des menschlichen Auges vorhanden, die für das Farbensehen zuständig sind. Zugleich sind sie das Vorbild für die Lichtfarben von Bildschirm und Fernseher. Diese Farbmischungsform heißt „additive Farbmischung‟. Die Basisfarben lauten Grün, Rot und Blau. Die Mischung aus
Rot und Grün ergibt Gelb, die aus Grün und Blau Cyan, und die aus Rot und Blau Magenta. 

Im weiteren Verlauf werden wir uns bis auf ein paar kleine Abschweifungen ausgiebig mit der subtraktiven Farbmischung
beschäftigen; sie ist die alleinige Basis für die schönste Farbe
für Wand, Boden, Tür und Fenster.

Der Text und die Bilder stammen aus dem Buch: "COLOUR MASTER" von Axel Venn: mehr Informationen zum COLOUR MASTER

Zum Abschluss noch ein kleiner (Farb) Film von Axel Venn zu den Themen:

  • Wirkung von Farbe
  • Farbkollektion 
  • Farbuntersuchungen

 

Video auf vimeo.com

"Trends in colour with Axel Venn"

 

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